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Miles Davis - A Tribute To Jack Johnson

Mitspieler:

Mile Davis: trumpet
Herbie Hancock: keyb.
John McLaughlin: guit.
Steve Grossman: sopran sax.
Bill Cobham: drums
Michael Henderson: Fender Bass
SONNY SHARROCK: guit.

Track List:

Siehe unten

Miles Davis - A Tribute To Jack Johnson

Miles Davis - A Tribute To Jack Johnson

Perfekte Platte? Jack Johnson von Miles Davis kommt sehr dicht dran. 90 von 100 Punkten würde ich hier vergeben.
Auf Jack Johnson bin ich durchs Fernesehen gekommen. Der Film lief wohl aus Versehen 1971 im deutschen TV.
Er handelt vom ersten schwarzen Weltmeister im Schwergewicht Jack Johnson. Ein packender Dokumentarfilm über den Aufstieg und Fall dieses Boxers. Was genau zu den Aufnahmen passte, war die Musik. Zu der Zeit war ich noch nicht der Jazzfan. Miles Davis sollte bei mir erst zwei oder drei Jahre später kommen. Kurze zeit nach der TV-Sendung lief der Soundtrack im Radio. Der WDR brachte damals noch richtig gute Musik und spielte sogar eine ganze Platte ohne Pause durch. Zum Glück besaß ich bereits einen Cassetten Recorder und nahm auf. Das Band lief sehr oft, so oft bis es nach einer Weile kaum noch zumutbar war sich etwas davon anzuhören. Einige Jahre später bekam ich die Platte in die Finger und nudelte auch diese runter. Für mich das beste Jazzrockalbum des Miles Davis.

Aufgenommen wurde es in zwei Session. Die erste Session beschreibt das Ende des Jack Johnson und wurde am 07.04.1970 aufgenommen. Der Titel lautete Yesternow. Am 11.11.1970 folgte der Aufstieg mit Right Off. Die Musik passt exakt zum Film, der gerade herrschenden Stimmung in der Karriere von Jack Johnson und zu den einzelnen Szenen.
Der Film muss nicht bekannt sein, aber er würde helfen die Musik besser zu verstehen.
Die Musiker die sich zu der Session trafen gehörten zu den besten der damaligen Jazzrock Szene.

Die Platte fängt mit der zweiten Session an. In Right Off hält Miles Davis sich anfangs zurück und überlässt seinen Mitspielern das Feld. John McLaughlin und Billy Cobham legen sofort los. Man spürt die Kraft, Wut und den Willen dieses Jack Johnson den Weltmeistertitel zu holen.
Das erste Solo von Miles Davis ist aggressiv und wird von den Begleiten in diesem Sinne unterstützt. Jack Johnson war während seiner erfolgreichen Jahre kein Freund von Traurigkeit. Er liebte die Frauen und schnelle Autos. Geld hatte er genug und dieses Lebensgefühl spürt man, bis es zum Bruch kommt.
Die ersten Probleme kommen, ein Schwarzer konnte kein Weltmeister sein. Damals war die Boxwelt weiß und nicht schwarz! Es wurde mit allen Mitteln versucht Jack Johnson den Titel wieder abzunehmen. Jack Johnson half mit seinem Lebensstil kräftig mit und ging langsam unter. Auch hier: die Musik verliert plötzlich an Aggression und wird ruhiger, melancholischer, traurig, verzweifelt. Yesternow schildert den Untergang.
Während Right Off noch zum Rock tendiert, wird es bei Yesternow jazziger. Miles Davis übernimmt hier eindeutig die Kontrolle. Rocker ohne Sinn für Jazz werden wahrscheinlich genervt nach einigen Minute aussteigen. Ein Fehler wie ich meine.
Es gibt mittlerweile eine Box mit den gesamten Aufnahmen der zwei Session. Ob sich hier eine Anschaffung lohnt? Keine Ahnung. Mir reicht der offizielle Teil, der muss aber in regelmäßigen Abständen gehört werden und eines Tages wird der Film angeschafft, sollte er auf DVD jemals erscheinen.